Bodenwissenschaftlicher Ehemaligenverein Osnabrück e.V.
 
 
 
 
Dümmer 2015


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Exkursionsbericht Dümmer 2015

Am Freitag, den 05.06.2015 begann unsere diesjährige Exkursion zum zweitgrößten Binnengewässer Niedersachsens mit einer umfassenden Erkundung des Dümmer-Einzugsgebiets. Die Gruppe setzte sich aus Ehemaligen, Freunden des Studienganges sowie Studentinnen und Studenten zusammen. Startpunkt unseres Programms war die am Ochsenmoor gelegene Naturschutzstation. Hier und am Südufer des Dümmers erläuterte Christian Röder (LBEG) die aktuelle Situation des Gewässers und gab einen kurzen Einblick in die für unsere Augen noch unscheinbare „Dümmer-Problematik“.

Insgesamt erreichen aber über die Hunte immer noch zu große Mengen nährstoffbeladene Partikel den See. Vor allem das hohe Angebot an bioverfügbarem Phosphor bietet in den Sommermonaten die Grundlage für ein explosionsartiges Vermehren von Biomasse, so dass in den vergangenen Jahren das massenweise Auftreten der Grünen Spanalge (Aphanizomenon flos-aque), stinkende Uferabschnitte, Badeverbote und eine überregionale Berichterstattung in den Medien zur Folge hatte.

Durch die Eindeichung des Sees in den 1950er Jahren und die noch recht junge Umleitung des Bornbachs liegt das Einzugsgebiet weit südlich des Dümmers. Es reicht von den durch Moore, Sand und Löss geprägten Tallagen nördlich des Mittellandkanals bis in die Hanglagen des Wiehengebirges. Die gesamte Region unterliegt intensiver landwirtschaftlicher Nutzung. Hohe P-Quellen stellen insbesondere entwässerte Moorkörper, Erosionsflächen und Abschwemmungsbereiche dar, die wir an den verschiedenen Exkursionspunkten unter Leitung von Christian Röder und Raimund Esch besichtigten.

Raimund Esch, der als Gewässerschutzberater der Landwirtschaftskammer in der Region aktiv ist, hatte am späten Nachmittag die Besichtigung eines landwirtschaftlichen Betriebs - angrenzend an die Naturschutzflächen des Ochsenmoores - organisiert. Neben einer Betriebsführung kamen wir hier zu einem fachlichen Austausch mit dem Betriebsleiter und verbrachten den ausklingenden warmen Sommertag bei kühlen Getränken im Schatten der großen Hofeichen.

Am Samstag, den 06.06.2015 richtete sich der Fokus unserer Exkursion auf den See selbst. Wir starteten nach ausgiebigem Frühstück in der Jugendherberge von Lembruch aus zu einer Bootstour um Wasserproben zu nehmen und die Algenkonzentration sowie andere ökologische Parameter auf dem See zu bestimmen. Im Anschluss untersuchten wir das Wasser mittels Mikroskop in den Räumen des Dümmer-Museums, das zum Lernorteverbund des Regionalen Umweltzentrums Diepholz-Dümmer gehört. Lukas Breul ist hier beauftragter Lehrer der Niedersächsischen Landesschulbehörde und beleuchtete die Entwicklung und Zusammensetzung des Ökosystems See in den vergangenen Jahren.



Nach der Mittagspause traten wir eine naturkundliche Wanderung in das Naturschutzgebiet „Hohe Sieben“ am Ostufer des Sees an. Vom Schilfsteg und den Beobachtungstürmen am Ufer aus boten sich interessante Aus- und Einblicke und auf dem Weg ergab sich die Möglichkeit zu einem Austausch zwischen den Exkursionsteilnehmerinnen und Teilnehmern.

Auf dem Rückweg zur Jugendherberge bot sich die Gelegenheit zu einem kurzen Abstecher zum Schäferhof, um ebenfalls das in den See einlaufende Wasser zu beproben. In dieser Viertelstunde gelang uns ein eindrucksvoller Beweis des Fischreichtums, denn neben uns wurden gerade einige große Brassen von Anglern aus der Hunte gezogen.

Die ermittelten Werte unterstrichen deutlich die beschriebene Situation des Dümmers. Besonders die hohe Leitfähigkeit des Huntewassers im Vergleich zum See und der hohe pH-Wert im Dümmer selbst belegen die hohen Stoffeinträge und die enorme biologische Aktivität im Dümmerwasser.

Auch den zweiten Abend und die anschließende Nacht verbrachten wir bei bestem Sommerwetter am Grill der Jugendherberge Damme.

Am Sonntag, den 07.06.2015 stand zum Abschluss der diesjährigen Exkursion der Besuch des noch jungen Europäischen Fachzentrum für Moor und Klima in Wagenfeld auf dem Programm, das erst im Oktober 2014 seine Türen geöffnet hatte. Das neu errichtete Gebäude in Form eines Kranichs bietet neben Tagungs- , Arbeits- und Laborräumen Platz für eine Ausstellung und verfügt über ein großes Außengelände mit Moorbahnanschluss in das Neustädter Moor.

Am späten Vormittag des Sonntags traten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Heimwege an und beschließen nach durchweg positiver Resonanz die diesjährige Exkursion des Ehemaligenvereins.

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